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Guardality im Test: Die RFID-Karte funktioniert — aber brauchst du sie?

Eine 1,1 mm dünne Karte, die die kontaktlosen Karten daneben abschirmt. Die Physik dahinter stimmt, und das Format ist clever gelöst. Die schwierigere Frage ist, ob die Gefahr, vor der sie schützt, für dich überhaupt real ist.

Dana Cole4 Min. Lesezeit3:44
The Guardality RFID blocking card held in a hand

Den kompletten Praxistest gibt es auf unserem YouTube-Kanal.

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Das hat uns gefallen

  • Mit 1,1 mm wirklich dünn — die Geldbörse muss nicht gewechselt werden
  • Keine Batterie, keine App, nichts einzurichten oder aufzuladen
  • Günstiger als eine RFID-Geldbörse oder eine Schutzhülle je Karte
  • Sinnvoll für Reisepässe und Hotelkarten, nicht nur für Bankkarten

Das solltest du wissen

  • Die Auslesegefahr, vor der sie schützt, ist in der Praxis selten
  • Blockiert auch deine eigenen Karten — zum Bezahlen musst du eine herausnehmen
  • Für „unhackbar" und „von Experten geprüft" gibt es keine veröffentlichten Tests
  • Überflüssig, wenn die Geldbörse bereits RFID-Schutz eingebaut hat

Guardality ist eine schwarze Karte im Format einer Bankkarte, 1,1 mm dünn, die einfach in die vorhandene Geldbörse wandert. Ohne Batterie, ohne App, ohne Schalter. Ihre Aufgabe: das drahtlose Auslesen der kontaktlosen Karten zu stören, die direkt daneben stecken.

Technisch ist das sinnvoll gelöst, und dazu gleich mehr. Eine ehrliche Besprechung muss aber eine zweite Frage beantworten, die das Marketing überspringt: Wie wahrscheinlich ist die Gefahr überhaupt, vor der hier geschützt wird? Wie die Karte im Einsatz aussieht, zeigt das Video oben.

So funktioniert sie, ohne Fachchinesisch

Nahaufnahme der schwarzen Guardality Karte mit ihrem Schild-Emblem Eine passive Karte, ohne Batterie, gemacht für einen festen Platz im Kartenfach.

Kontaktlose Bankkarten, elektronische Reisepässe, Fahrkarten und Hotelkarten funken meist im selben Band bei 13,56 MHz. Sie sind passiv: Ein Lesegerät muss sie aus sehr kurzer Distanz mit Energie versorgen, bevor sie überhaupt antworten.

Eine Abschirmkarte sitzt in diesem Weg und stört das Feld, sodass ein Lesegerät in der Nähe der Geldbörse die Karten daneben nicht mehr wecken kann. Nichts Exotisches: Es ist dasselbe Prinzip wie bei RFID-Geldbörsen und Schutzhüllen, nur als einzelne Karte statt als komplett neue Geldbörse.

Daraus folgen zwei Dinge, und das zweite ist das wichtige.

Der Kompromiss, den keine Werbung erwähnt

Eine Abschirmung kann deine Karten nicht von fremden unterscheiden. Wenn sie die Karten daneben abschirmt, schirmt sie sie auch vor dem Terminal deiner eigenen Bank ab.

In der Praxis heißt das: Zum kontaktlosen Bezahlen nimmst du die Karte aus der Geldbörse, hältst sie ans Terminal und steckst sie zurück. Das sind ein paar Sekunden, und wer die Karte ohnehin herausholt, verliert nichts. Wer kontaktloses Bezahlen aber genau deshalb schätzt, weil die ganze Geldbörse ans Lesegerät gehalten wird, verabschiedet sich davon. Besser vor dem Kauf wissen als danach.

Wie real ist die Gefahr also?

Hier muss man ehrlich bleiben, denn darauf beruht die gesamte Produktidee.

Drahtloses Auslesen von Karten ist weit seltener, als das Marketing suggeriert. Moderne kontaktlose Bankkarten senden keine wiederverwendbare Kartennummer. Jeder Bezahlvorgang erzeugt einen kryptografischen Einmalcode, der bei einer Wiederholung wertlos ist, die Beträge sind gedeckelt, und das Lesegerät muss ein Terminal mit echtem Händlerkonto sein. Ermittler und Bankenverbände weisen seit Jahren darauf hin, dass sie kaum reale Fälle dieser Art sehen — obwohl der Angriff auf Sicherheitskonferenzen längst vorgeführt wurde.

Sinnlos wird Abschirmung dadurch nicht, aber die Zielgruppe verschiebt sich. Die stärkeren Argumente sind ausgerechnet die, über die die Werbung am wenigsten spricht:

  • Reisepässe. Der Chip eines elektronischen Reisepasses trägt persönliche Daten und ist anders als eine Bankkarte nicht in derselben Weise durch einen rollierenden Einmalcode geschützt.
  • Zutrittsausweise und Hotelkarten. Das Klonen eines Türzugangs ist ein plausiblerer und besser dokumentierter Angriff als das Klonen einer Zahlungskarte.
  • Beruhigung. Wenn dich die Sorge selbst belastet, hat eine günstige passive Karte, die sie beseitigt, echten Wert. Das ist ein legitimer Kaufgrund.

Die Versprechen, die man mit Vorsicht genießen sollte

Die Produktseite beschreibt die Karte als „getestet und nachweislich unhackbar" und „von Sicherheitsexperten geprüft". Für keine der beiden Aussagen gibt es eine benannte Zertifizierung, ein benanntes Labor oder einen veröffentlichten Testbericht.

Unhackbar ist ein Wort, das in der Sicherheitsbranche niemand über irgendetwas verwendet. Eine Abschirmung dämpft ein Feld bei gegebener Reichweite und Sendeleistung entweder ausreichend, um ein Auslesen zu verhindern, oder eben nicht — und das ist messbar und veröffentlichbar. Solange kein Bericht vorliegt, gilt: die Abschirmung plausibel, die Superlative Werbetext.

Das hier ist keine Sicherheitsberatung. Wenn du den Verdacht hast, dass eine deiner Karten tatsächlich kompromittiert wurde, wende dich an deine Bank, statt Zubehör zu kaufen.

Format und Preis-Leistung

Das Format ist das Beste an diesem Produkt. Bei 1,1 mm musst du weder eine Geldbörse ersetzen, die du magst, noch eine Hülle für jede einzelne Karte kaufen. Wenn deine Geldbörse zu deiner Tasche und deinen Gewohnheiten passt, wandert die Karte hinein und bleibt dort.

Verkauft wird nur in Mehrfachpaketen ab dem 2er-Pack, und der Stückpreis fällt bei den größeren Paketen deutlich: 19,99 € pro Karte im 2er-Pack, 13,99 € pro Karte im 10er-Pack (139,90 € gesamt). Ein 10er-Pack übersteigt den Bedarf einer Person bei Weitem — der günstige Stückpreis bedeutet also in Wahrheit: für den ganzen Haushalt kaufen oder ein Paket mit anderen teilen.

Eine Gruppe sollte komplett verzichten, und das sagt das Video anerkennenswerterweise selbst: Wer bereits eine Geldbörse mit eingebautem RFID-Schutz hat, erledigt mit dieser Karte dieselbe Aufgabe ein zweites Mal.

Für wen sie passt

Sie lohnt sich, wenn du regelmäßig mit Reisepass unterwegs bist, Zutrittsausweise oder Hotelkarten mitführst, die niemand auslesen soll, oder du die Sorge schlicht loswerden willst und es magst, dass nichts geladen und nichts gewartet werden muss.

Verzichte darauf, wenn deine Geldbörse ohnehin abschirmt, du am Terminal die ganze Geldbörse auflegst und das beibehalten willst, oder du vor allem deshalb kaufen wolltest, weil du kontaktlosen Kartendiebstahl für weit verbreitet gehalten hast.

Das Fazit

Als Produkt macht Guardality genau das, was es verspricht, und zwar im am wenigsten störenden Format, das es dafür gibt. Als Kauf hängt alles daran, ob du das Problem überhaupt hast. Diese Lücke zwischen einem soliden Produkt und einem seltenen Problem ist der Grund, warum es bei 3 von 5 landet und nicht höher.

Wer die Karte für den Reisepass, die Reisegeldbörse oder die eigene Beruhigung will, bekommt etwas Günstiges, Dünnes und Wartungsfreies, und die Geld-zurück-Garantie begrenzt das Risiko. Nur solltest du wissen, dass du zum Bezahlen die Bankkarte herausnehmen wirst — und den aktuellen Preis vor der Bestellung prüfen.

Daten auf einen Blick

TypPassive RFID-/NFC-Abschirmkarte
Dicke1,1 mm
FormatStandard-Kartenformat wie eine Bankkarte
Frequenz13,56 MHz kontaktlos
StromversorgungKeine — ohne Batterie und ohne Laden
SchutzbereichKarten, die daneben in der Geldbörse stecken
Garantie30 Tage Geld-zurück-Garantie

Häufige Fragen

Funktionieren RFID Blocker Karten wirklich?

Die Abschirmung selbst ist echte Physik: Die Karte stört das 13,56-MHz-Feld, mit dem ein Lesegerät arbeitet, sodass die Karten daneben auf kurze Distanz nicht mehr geweckt werden. Die größere Frage ist, ob du sie brauchst — kontaktloses Auslesen moderner Bankkarten ist im Alltag deutlich seltener, als die Werbung vermuten lässt.

Kann jemand wirklich Geld abbuchen, indem er meine Karte in der Tasche scannt?

Das ist sehr unwahrscheinlich. Kontaktlose Karten erzeugen pro Bezahlvorgang einen kryptografischen Einmalcode statt einer wiederverwendbaren Nummer, die Beträge sind gedeckelt, und das Lesegerät muss ein echtes Händlerterminal sein. Im Labor lässt sich der Angriff zeigen, Ermittler bei Kartenbetrug sehen davon in der Praxis aber kaum etwas.

Blockiert Guardality auch meine eigene Karte?

Ja, solange die Karte direkt daneben steckt — und genau das ist der zentrale Kompromiss. Eine Abschirmung kann dein Terminal nicht von einem fremden unterscheiden. Zum kontaktlosen Bezahlen nimmst du die Karte heraus, hältst sie ans Terminal und steckst sie zurück. Wer bisher die ganze Geldbörse aufgelegt hat, verliert diese Gewohnheit.

Wie viele Guardality Karten brauche ich?

Eine Karte schützt die Karten, die daneben in derselben Geldbörse stecken, deshalb reicht den meisten Menschen eine Karte pro Geldbörse. Verkauft wird aber erst ab zwei Stück: Im 10er-Pack kostet die Karte 13,99 € (139,90 € gesamt), im 2er-Pack 19,99 €. Die günstigen Stückpreise lohnen sich also nur für Haushalte oder geteilte Pakete.

Brauche ich sie, wenn meine Geldbörse schon RFID blockiert?

Vermutlich nicht. Wenn deine Geldbörse eine Abschirmung eingebaut hat und diese die Karten abdeckt, die du tatsächlich mitnimmst, erledigt eine zusätzliche Karte dieselbe Aufgabe ein zweites Mal. Sinnvoll wird sie nur, wenn Karten außerhalb des geschützten Fachs stecken oder du eine zweite Tasche absichern willst.

Gibt es einen Guardality Gutschein- oder Rabattcode?

Derzeit ist kein Code erforderlich. Der Händler wendet das Angebot automatisch an; je nach gewähltem Paket sind bis zu 75 % Rabatt möglich.

Guardality RFID Blocking Card

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